Radikale Ehrlichkeit | Die Kunst erfolgreicher Kommunikation | Folge 74

Beim folgenden Text handelt es sich um automatisch generierte Zeilen des von Veit Lindau eingesprochenen Podcasts. Diese wurden mit Hilfe von künstlicher Intelligenz korrigiert, sodass sie weitgehend korrekt sind. Für etwaige Fehler entschuldigen wir uns. Den Originalpodcast kannst du über die untere Player-Leiste hören.

Hey, ihr lieben Menschen, ich wünsche euch erst mal einen wundervollen Tag und ich freue mich ganz besonders, dass du, ja genau du, eingeschaltet hast zu einer weiteren Episode in meinem Podcast Human Future Movement.

Ich habe eine Frage an dich: Lebst du radikal aufrichtig?So radikal aufrichtig heißt, alle Menschen dich herum, privat und beruflich, dürfen sehen, wer du wirklich bist.Was dich bewegt, dürfen deine Lichtseiten, deine Schattenseiten sehen, deine Wünsche, aber eben auch deine Grenze.

Und wenn dir irgendetwas nicht passt, hast du für dich eine gute Art und Weise gefunden, das auszudrücken.Radikal aufrichtig sein bedeutet aber eben nicht, wie ein kleines unreifes Kind, deine Wahrheit den anderen Menschen vor den Latz zu knallen, sodass du sie verletzt und im Endeffekt vielleicht sogar alleine dastehst, sondern es ist die Kunst, durch deine Aufrichtigkeit mehr Verbindung, mehr Respekt füreinander zu erschaffen und auch andere Menschen zu ermutigen, noch ehrlicher mit dir gemeinsam zu werden.

Wenn das ein Thema ist, was dich berührt, dann ist diese Lektion für dich.Es geht um radikale Aufrichtigkeit und ich zeige dir Schritt für Schritt, wie du sie umsetzen kannst.Kurz zum Kontext dieser Lektion: Das ist eine Aufzeichnung aus unserem Human Future Movement Campus.

Der findet immer am Dienstagabend 20 Uhr bei uns auf der Plattform Homo dea nova statt.Und das ist meine Möglichkeit, mit den Menschen über lebensrelevante Themen zu sprechen, häufig aus einer Meta-Perspektive heraus erst mal für Verständnis zu sorgen und dann gehen wir aber ganz häufig in die Praxis, in die Umsetzung.

Und wenn du nach dieser Lektion merkst, okay, das ist wirklich wertvoll für dich und du hast Bock auf mehr, dann möchte ich die Gelegenheit nutzen und dich von Herzen auf unseren Campus einladen.Alles, was du dazu brauchst, ist die Mitgliedschaft bei uns im Homo dea nova.

Die kostet in der Jahresmitgliedschaft gerade mal neun Euro neunzig im Monat und du bekommst nicht nur Zugang zum Campus am Dienstagabend, sondern zu über einhundert Kursen zu allen lebensrelevanten Themen und zu zweihundert geführten Meditationen und zu einer vertrauenswürdigen, werteorientierten Community.

Ich würde mich freuen, dich dort zu sehen.Wenn dich das interessiert, findest du hier unten drunter alle Informationen.Du kannst Homo Dea Nova übrigens auch erst einmal eine Woche lang kostenlos testen.

Und wenn ich schon dabei bin, kommt hier meine Herzens-Einladung für dieses Jahr.Wenn du im Laufe dieser Lektion merkst, boah, Wahrheit, Wahrhaftigkeit, Würde, das sind Themen für dich und du möchtest dich gerne in diesem Leben noch mehr auf deine Wahrheit und auf deinen würdevollen Ausdruck deiner Wahrheit ausrichten, dann fühl dich von Herzen eingeladen zu unserem Jahrest raining, mein Jahr, meine Wahrheit.

In dem geht es nur zwei Fragen: Was ist wirklich meine Wahrheit auf der allertiefsten Ebene und wie schaffe ich es, mein Leben danach auszurichten in allen Bereichen?Auch dazu findest du hier unten drunter alle weiteren Informationen.

Und jetzt gebe ich die Bühne frei.Ich wünsche dir maximale Inspiration und vor allen Dingen wünsche ich dir den Mut, das, was du gleich hörst, am besten sofort direkt in einer Beziehung, die dir wichtig ist, umzusetzen.

Bis gleich.Ihr lieben, zauberhaften Menschen da draußen.Ich wünsche euch einen ganz, ganz schönen Abend.Und wenn er bis jetzt noch nicht so schön war, dann wünsche ich dir natürlich, dass durch unsere Sendung das richtig ins Lot kommt.

Herzlich willkommen zu unserer Human Future Movement-Sendung, der ersten richtig offiziellen in diesem Jahr.Ich habe mich sehr darauf gefreut, weil wir setzen eine Serie fort, die wir im November letzten Jahres gestartet haben, nämlich V Create, die Kunst erfolgreicher Kommunikation.

Für all diejenigen unter euch, die jetzt gerade neu eingestiegen sind, steig einfach hier ganz frisch mit ein, hör einfach mit zu.Ich empfehle dir auf jeden Fall, in den kommenden Wochen noch die Lektionen davor nachzuholen, weil die bauen aufeinander auf.

Ich möchte heute gern mit euch gemeinsam über radikale Aufrichtigkeit sprechen.So, wenn du irgendwo in deinem Leben etwas auf dem Herzen hast, zurückhältst, dich verbiegst, dich kleiner machst, als du bist, eigentlich ganz genau weißt, okay, das und das müsstest du mit diesem einen Menschen besprechen.

Und es kann gut sein, dass dieser Mensch jetzt bereits schon in deinem Kopf hochploppt.Dann ist dieser Abend für dich.Bevor wir loslegen, möchte ich eine Herzens-Einladung aussprechen.Die meisten von euch haben es bestimmt mitbekommen.

Meist einmal im Jahr, am Anfang des Jahres, lade ich zu einem gemeinsamen Jahresweg ein.Das geht noch mal eine Etage tiefer als Human Future Movement am Dienstagabend.Das ist ja für euch alle, aber das ist eher so als Inspiration gedacht.

Für all diejenigen unter euch, die Bock darauf haben, mit mir gemeinsam wirklich tiefer einzusteigen und ein Jahr lang echtes, gutes, aufrichtiges Leben zu trainieren.Ich bitte dich aus ganzem Herzen, nimm dir auf jeden Fall die Zeit und schau dir unser neues Jahresprojekt an.

Mein Jahr, meine Wahrheit.Aus meiner Sicht ist es essentiell, weil es betrifft uns alle und es betrifft vor allen Dingen auch gerade diese Zeit.Wer mein neues Buch gelesen hat, weiß, ich glaube, dass das jetzt gerade die Stunde der Wahrheit für ganz, ganz viele von uns ist und definitiv für uns als Menschheit.Und der Jahresweg, mein Jahr, meine Wahrheit, ist meine Einladung an dich, für ein Jahr lang zwei Fragen in den Mittelpunkt zu stellen.

Die erste Frage: Was ist deine Wahrheit?Und zwar wirklich auf der allertiefsten Ebene.Nicht auf der oberflächlichen Oh, mich nervt das und das wünsch ich mir mehr, das ist auch ganz spannend, sondern wirklich auf der allertiefsten Ebene.

Was ist deine einzigartige Wahrheit?Und die zweite Frage ist: Wie schaffst du es, diese Wahrheit authentisch zu verwirklichen, so dass du in einer Realität lebst, die deine Wahrheit wirklich widerspiegelt?

Darum geht es in diesem Jahr und am 18.Januar, das ist der kommenden Sonntag, starten wir mit einem Kickstart.Also wenn dich das Thema berührt, schau dir bitte auf jeden Fall mein Einführungsvideo dazu an.

Danach wirst du wissen, ob das für dich ist oder nicht.Und jetzt lass uns starten mit radikaler Aufrichtigkeit.Bevor du in die Falle tappst, zu glauben, radikale Aufrichtigkeit bedeutet, du läufst jetzt durch die Gegend und kneifst einfach jedem deine Gefühle und Gedanken vor den Latz, das ist es nicht.

Das ist unreife Aufrichtigkeit.Wir könnten auch salopp sagen, dass ist Hinrotzen.Wir haben im Grunde genommen zwei Extreme.Das eine Extrem ist, wir sind nicht aufrichtig und wir halten etwas zurück.Das andere Extrem ist, wir sind ohne jeden Filter aufrichtig und wir kreieren dadurch Leid für uns und für andere Menschen.

Radikale Aufrichtigkeit, so wie ich das euch heute gern vermitteln möchte, basiert auf drei Säulen.Die erste ist kompromisslose Ehrlichkeit dir selbst gegenüber.Das möchte ich gern noch mal betonen, weil es ist total wichtig.

Kompromisslose Ehrlichkeit dir selbst gegenüber.Wenn du zum Beispiel durch die Gegend läufst und allen Menschen erzählst, worüber du wütend bist, aber eventuell unter der Wut noch ein ganz anderes Gefühl ist, zum Beispiel Schmerz oder Ohnmacht oder Angst, dann bist du dir selbst gegenüber nicht kompromisslos ehrlich.

Wenn du unter dem Ideal stehst, dass du immer nett sein solltest und weil du spirituell unterwegs bist, immer in Verbindung sein solltest und alle mögen sein solltest, kann es auch sein, dass du nicht wirklich ehrlich mit dir selbst bist, weil vielleicht bist du manchmal neidisch.

Vielleicht bist du manchmal wütend und dann ist es wichtig, damit in Kontakt zu kommen.Das Zweite ist, die Bereitschaft, mutig und direkt nach außen zu kommunizieren, was in uns abgeht, statt das zu verbiegen, zu beschönigen oder uns zurückzuziehen.

Und das Dritte ist aber genauso wichtig und das vergessen wir manchmal, eine bewusste Ausrichtung auf Beziehung und Respekt.Das heißt, wenn wir uns sehen und wir sagen: „Hey, wir wollen aufrichtig sein», dann nicht, weil ich einfach meinen Scheiß loswerden will und dann gehe ich und fühle mich erleichtert, sondern weil ich wirklich an einer Beziehung mit dir interessiert bin.

Und das ist der große Unterschied.Ich sag mal, du kannst dieselben Worte verwenden, «du Arschloch», und wenn es aus der Liebe kommt und aus dem aufrichtigen Bedürfnis, dem anderen zu begegnen und er spürt auch, dass du ihn nicht wirklich als Arschloch siehst, sondern dass das mehr oder weniger ein liebevolles Gefoppels, dann wird er das nehmen können.

Und auf der anderen Seite kannst du zu jemandem was total Nettes sagen, aber wenn du in dir drin gar keine Verbindung willst, wird das gar nicht ankommen.Also bei allem, was wir heute besprechen, bitte ich dich, diese drei Säulen im Auge zu behalten.

Um aufrichtig zu sein, muss ich erst mal ehrlich mit mir selbst sein.Was geht denn wirklich in mir ab?Und bin ich bereit, dafür Verantwortung zu übernehmen?Dann muss ich den Mut aufbringen, dir meine innere Wahrheit zuzumuten und das Ganze muss auf der Basis geschehen: „Ich respektiere dich, ich respektiere auch deine Wahrheit und vor allen Dingen, ich bin an echter Verbindung mit dir interessiert.» Also das ist mir ganz wichtig.

Es geht bei radikaler Aufrichtigkeit nicht darum, andere unreif zu verletzen.Radikale Aufrichtigkeit befreit deine Seele und sie stärkt langfristig alle deine Beziehungen.Kleine Vorwarnung: Die Beziehungen, die eh nie wirklich Substanz hatten oder die in sich drin wirklich schon richtig ausgehöhlt oder faul sind, die können tatsächlich auch durch radikale Aufrichtigkeit wegbrechen.

Doch du wirst im Nachhinein immer merken, das wundert dich eigentlich nicht wirklich, sondern du hast die ganze Zeit das Gefühl gehabt, dass diese Beziehung noch nicht wirklich Substanz hatte.Wenn eine Beziehung im Kern füreinander bestimmt ist und wenn ihr im Kern eine große seelische Gemeinsamkeit teilt, dann wird Freiheit, dann wird Wahrheit vielleicht manchmal wehtun, aber sie wird im Endeffekt immer dafür sorgen, dass eure Beziehung stärker wird.

Deswegen brauchst du im Grunde genommen keine Angst davor zu haben, dass radikale Aufrichtigkeit eine Beziehung zerstören könnte.Das geht nicht.Radikale Aufrichtigkeit kann dir höchstens zeigen, dass eine Beziehung bereits seit langem zerstört ist.

Damit das Ganze nicht theoretisch, sondern praktisch für dich ist, bitte ich dich kurz zu überlegen, wo vermeidest du gerade die volle Wahrheit in einer deiner Beziehungen?Vielleicht aus der Angst heraus, jemanden zu verletzen, vielleicht aber auch aus der Angst heraus: „Oh Gott, wenn ich meine Wahrheit zeige, dann lehnt mich der andere ab, dann hat das vielleicht Konsequenzen.» Bitte überleg einmal kurz einen Menschen, der dir wichtig ist, privat oder beruflich, und du spürst, okay, diesen Menschen gegenüber bin ich nicht voll aufrichtig.

Du merkst das, ja.So, wir können uns ja viel einreden, aber wenn du die Augen schließt und du denkst an diesen Menschen und merkst, die Energie strömt nicht total frei oder du stellst dir vor, du siehst diesen Menschen und du kannst ihm nicht direkt und klar und offen in die Augen schauen, weil du weißt, dass da im Hinterkopf noch mehr Sachen abgehen, dann ist das die richtige Person, um heute Abend ganz konkret über diesen Fall nachzudenken.

Es kann natürlich sein, dass du sagst: „Veit, ich habe mehrere Beispiele.» Ist alles okay, schreib die ruhig auf, aber greif dir mal maximal ein oder zwei dieser Situationen heraus.Okay?Und bei allem, was wir heute besprechen, bezieh das mal auf diese Menschen, diese Beziehung.

Als allererstes möchte ich dich gern fragen: Was kostet dich das?Ja?So, wenn du einfach mal in diese Beziehung reinlauscht, was kostet dich das?Also erst mal: Was kostet es dich für dich selbst, wenn du nicht ganz aufrichtig bist?

Und was kostet es sehr wahrscheinlich diese Beziehung?Meist fühlen wir das wirklich, den Preis, den wir da zahlen.Lass uns zuerst untersuchen, warum fällt uns Aufrichtigkeit so schwer, obwohl die meisten von uns sehr wahrscheinlich sagen würden, das ist ein wichtiger Wert und natürlich möchte ich dir gegenüber aufrichtig sein.

So, was ist eigentlich unser Problem?Erst mal, die meisten von uns haben in ihrer Kindheit negative Erfahrungen gemacht und wir sind früh konditioniert worden.Ein Beispiel: In meiner Familie ist immer erzählt worden: „Ja, sei ruhig ehrlich», aber ich habe so oft erlebt als Kind bereits, dass wenn ich wirklich ehrlich war, dass ich einen auf den Deckel gekriegt habe, dass ich rela-relativ schnell gecheckt habe: „Okay, die Erwachsenen sagen das, aber sie meinen eigentlich das.» Ich habe zum Beispiel in meiner Kindheit erfahren, dass wenn ich meinem Vater gegenüber ehrlich war, dass er mit Wut reagiert hat und das war für mich persönlich damals eine wirklich bedrohliche Erfahrung.

Bei meiner Mutter habe ich oft erlebt, dass sie mir dann Schuldgefühle gemacht hat.Was war es bei dir?So, wenn du an deine Kindheit denkst, welche Erlaubnis, also welche echte Erlaubnis hattest du, wirklich aufrichtig zu sein?

Die meisten von uns haben Angst vor unangenehmen Gefühlen, vor Liebesentzug und vor Trennung.Und wenn wir rational darüber sprechen, dann können wir natürlich sagen: „Ich weiß schon, dass da eigentlich nichts passieren kann.» Aber es ist wichtig zu verstehen, dass das Gehirnzentrum, was bei Liebesentzug aktiviert wird, dasselbe Gehirnzentrum ist, was aktivi– aktiv wird, wenn du physische Schmerzen erleidest.

Das heißt, wir reden hier von, wir können sagen, von einer realen emotionalen Folter und viele von uns haben als Kinder erfahren: „Okay, wenn ich wirklich zeige, was mich bewegt, dann drehen sich die anderen um und gehen oder sie meckern mich aus oder sie lachen mich aus.» Dann gibt es soziale Normen und Rollen.

Zum Beispiel: „Das kann man doch so nicht sagen.» Ein gutes Beispiel: Ich hab mal, wir haben mal vor vielen, vielen Jahren hier in Baden-Baden zwei, ein befreundetes Ehepaar, die mir sehr dankbar waren für bestimmte Sachen, eingeladen in ein Konzert, hier in der Festspielhalle.

Und ich weiß noch, das Konzert war wirklich teuer.Also wir haben echt unser Geld zusammenkratzt.Für uns war das was Besonderes.Und dann haben wir die beiden eingeladen.Die haben sich gefreut.Der erste Akt lief oder wie auch immer das heißt.

So, und dann kommen wir nach der ersten Stunde oder halben Stunde in die Pause und sie schauen uns an, ganz liebevoll, und sagen: „Hey, wir möchten uns noch einmal ganz doll für dieses Geschenk bedanken und wir gehen jetzt, weil, nimmt es uns nicht übel, aber das gefällt uns einfach nicht.» Im ersten Moment war ich geschockt, weil meine innere soziale Norm gesagt hat: „Das macht man nicht.

Man muss doch Geschenke annehmen.» Dann habe ich das sacken lassen und dann habe ich gemeint: „Wie genial ist das eigentlich?» Weil ab diesem Punkt hatte ich diesen zwei Menschen gegenüber immer das Vertrauen, dass sie mir total ehrlich sagen werden, ob ihnen etwas gefällt oder nicht.

Wir alle haben es zum Beispiel schon erlebt: Du kriegst was geschenkt, du packst es aus.Der andere hat dir was geschenkt, was ihm gefallen hat, nicht dir.Was hält uns in so einem Augenblick davon ab, einfach ganz ehrlich zu sagen: „Danke, ich spür die Liebe und ganz ehrlich, brauche ich nicht oder gefällt mir nicht.» Soziale Norm.

Ein weiterer wichtiger Grund ist, wenn die Beziehung nicht sicher ist.Also wenn du zum Beispiel mit jemandem die Erfahrung gemacht hast, dass er, wenn du aufrichtig bist, geht, wütend wird, droht, für drei Tage nicht mehr mit dir spricht, weiß dein System natürlich, okay, das wird sehr wahrscheinlich beim nächsten Mal wieder passieren.

Wenn du in deiner Company das Gefühl hast oder bereits die Erfahrung gemacht hast, okay, wenn ich ehrlich meine Meinung sage, dann werde ich vielleicht gefeuert, dann wirst du es natürlich nicht machen.Wir halten unsere Aufrichtigkeit manchmal zurück, weil wir uns schämen.

Könnte zum Beispiel sein, dass du dich dafür schämst, verletzbar zu sein, dass du dich dafür schämst, Bedürfnisse zu haben, nicht weiter zu wissen.Und manchmal auch, weil wir zu stolz sind.Wir spüren, okay, wenn ich aufrichtig wäre, dann würde ich zu dem anderen hingehen und ich würde sagen: „Es tut mir wirklich leid, aber mein Stolz hält mich davon ab.» Wir halten unsere Aufrichtigkeit zurück, wenn wir selbst unsicher sind.

Darüber werden wir heute Abend viel sprechen.Ganz viele Menschen wissen gar nicht, was sie zurückhalten.Wir spüren zwar, okay, da ist eine Spannung.Irgendwas steht zwischen uns, aber wir wissen nicht wirklich, okay, was genau von mir, auf welcher Ebene halte ich denn zurück?

Deswegen ist das, was ich dir heute vermittle, so befreiend, weil es dir ein Werkzeug an die Hand gibt, wie du für dich erst mal ganz genau analysieren kannst, okay, welche Schicht in mir halte ich jetzt gerade zurück?

Wenn wir noch mal einen kurzen Blick unter die Motorhaube unseres Gehirns werfen, was neurobiologisch spannend ist: Wir haben einen kurzfristigen und wir haben einen langfristigen Belohnungskreislauf.

Beispiel: Du sitzt mit Freunden zusammen, ihr unterhaltet euch und du merkst nach einer Weile, wenn du ganz ehrlich wärst, würdest du jetzt sagen: „Leute, ich langweile mich.» Jetzt passiert was in deinem Gehirn und das passiert blitzschnell.

Dein Gehirn spielt die Option durch: Wie wäre es, wenn ich jetzt sage: „Leute, ich langweile mich»?Und dein Gehirn sagt dir berechtigterweise, kurzfristig kann es dazu führen, dass es betretendes Schweigen am Tisch gibt, dass die anderen beleidigt sind, dass du vielleicht konfrontiert wirst, dass andere zu dir sagen: „Ja, pff, du bist ja selbst, äh, du bist ja selbst langweilig» et cetera.

Das heißt, dein Gehirn sagt: „Wart mal ganz kurz.» Kurzfristig gesehen kostet uns diese Aufrichtigkeit mehr.Langfristig gesehen kostet uns natürlich die Unaufrichtigkeit mehr.Weil wir jetzt in diesem einen Gespräch nicht gesagt haben, dass es uns langweilt, kann es sein, dass unsere Freunde im nächsten Gespräch wieder über dieselbe Sache reden.

Und jetzt habe ich ein Problem, weil ich habe ja schon beim ersten Mal gelogen, ja?Oder, das kennst du bestimmt auch, ich habe das vor Kurzem erst wieder erlebt.So harmoniesüchtige Menschen, die unterdrücken, die unterdrücken und die unterdrücken.

Und für diesen Moment sieht es immer gut aus und sieht es richtig aus.Jetzt ist gerade nicht der richtige Moment.Jetzt ist auch nicht der richtige Moment, et cetera.Kurzfristig gesehen ist das immer die beste Lösung, aber langfristig gesehen kostet es uns so viel mehr.

Das Problem ist, dass wenn wir unser Gehirn nicht trainieren, unser Gehirn meist auf die kurzfristigen Gewinne ausgerichtet ist.Also wenn du in diesem Gespräch bist, dann denkt dein Gehirn sehr wahrscheinlich nicht darüber nach, wie sich das in zehn Jahren anfühlen wird, sondern dein Gehirn denkt darüber nach, was in den nächsten zehn Minuten passieren wird, wenn du jetzt aufrichtig bist.

Das heißt, wir müssen uns zwingen, in den langfristigen Belohnungskreislauf zu gehen.Und das machen wir, indem wir uns aufrichtig und neugierig mit der Frage beschäftigen: Was kostet mich meine Unaufrichtigkeit langfristig?

Wenn ich heute ein bisschen lüge, morgen ein bisschen lüge und übermorgen ein bisschen lüge, was hat das langfristig für Kosten?Lass uns das kurz anschauen, damit wir beide motiviert sind.Erstens: Vertrauen und Nähe gehen verloren.

Die Erfahrung haben wir, glaube ich, alle schon mal gemacht.Wenn ein Mensch, ein anderer Mensch, dir gegenüber anfängt, etwas zurückzuhalten.Wir sind ja nicht doof.Wir spüren das.Versuch dich mal, in den letzten Moment zu erinnern, wo du jemandem begegnet bist, einem Kollegen oder einem Freund und du hattest irgendwie das Gefühl, der– da ist doch irgendwas, der hat doch irgendwas.

Und dann hast du’s vielleicht sogar angesprochen und da hat der andere gesagt: „Nee, ist alles okay.» Okay, so was in diesem Augenblick passiert?Das Vertrauen geht flöten.Die Nähe geht flöten.So, wenn wir zusammenkommen, wenn wir frisch verliebt sind, wir wollen so nah wie möglich sein.

Und dann kommen die ersten kleinen faulen Kompromisse.Die ersten Momente, wo du verpasst zu sagen: „Wenn ich ganz ehrlich bin, das hat mir grad wehgetan.Wenn ich ganz ehrlich bin, das fehlt mir.» Wir verzichten darauf.

Wir machen das nicht, weil wir Angst davor haben, dass dann die Nähe kaputt ist.Aber genau das passiert.Weil wir nicht aufrichtig sind, geht die Nähe flöten.Die meisten Beziehungen, die irgendwann mal nah und voller Vertrauen waren, sind nicht an einer einzigen Katastrophe eingegangen, sondern ganz, ganz vielen kleinen unaufrichtigen Momenten.

In dem Augenblick, wenn ich dir gegenüber etwas zurückhalte, und das kann eine Kleinigkeit sein, halte ich einen Teil von meiner Energie zurück.Und dann noch mehr.Und noch mehr, und noch mehr.Und plötzlich sind wir Erwachsene, die so voneinander stehen und uns nicht mehr wirklich fühlen können.

Und das ist tragisch.Ich bin mir relativ sicher, dass zum Beispiel neunzig Prozent aller Ehen, die auseinandergehen, dass das nicht sein müsste, wenn wir von Anfang an aufrichtig miteinander kommunizieren würden.

Reibung und Misstrauen nehmen zu.Wenn du das schon mal erlebt hast in einem, in einer Arbeitsumgebung, dass zum Beispiel Menschen dir gegenüber, wenn du mit ihnen in einem Meeting zusammensitzt und sagst: „Hey, gibt’s noch was?

Hat noch jemand was auf’m Herzen?» Alle sagen: «Nee, alles okay.» Und dann kriegst du aber durch Zufall mit, dass dieselben Menschen, die gerade gesagt haben, alles ist okay, da draußen in der Cafeteria über dich oder über dieses Thema reden, dann entsteht einfach Misstrauen.

Und wir können nicht mehr so gut miteinander in den Flow gehen.Wir kriegen erst mal in uns emotionale Spannung.Also je mehr du zurückhältst, umso verkanteter wirst du einfach in dir.Und es entstehen geistige Denkschlaufen in dir, weil das Gespräch, was du eigentlich mit dem Menschen direkt führen solltest, führst du die ganze Zeit innerlich in dir.

«Ja, aber du solltest.Und das wollte ich dir immer schon mal sagen», aber du machst es nicht und dadurch bleibt dein Verstand darin hängen.Der traurige Clou ist, dass wenn dir der andere Mensch begegnet, selbst wenn er nicht wirklich weiß, worüber du da nachdenkst, der spürt das.

Wenn du Sachen zurückhältst, verlierst du an Selbachtachtung.Macht total Sinn, weil du verbiegst dich selbst, du machst dich kleiner, du verlierst Freude.Dein Leben macht nicht mehr so viel Spaß.Die Atmosphäre wird vergiftet für dich und für den anderen.

Und ein wirklicher Flow ist so einfach nicht mehr möglich.Und das Traurige ist, wir finden so niemals heraus, wie stark könnte diese Beziehung eigentlich sein?So, die eigentliche Stärke einer Beziehung besteht nicht darin, dass wir immer harmonisch Ja und Amen zu allem sagen, sondern dass wir bereit sind, uns Aufrichtigkeit zuzumuten.

Weil dann kommen zwei starke Menschen zusammen und die können herausfinden, wie stark diese Beziehung wirklich ist.Der langfristige Gewinn von Aufrichtigkeit.So, warum macht es Sinn, obwohl wir ausgelacht werden können?

Obwohl wir sogenannte Freunde verlieren werden?Ähm, obwohl wir allein sein werden?Warum macht es total Sinn, dennoch zu sagen: «Hey, ich hole mir meine Aufrichtigkeit zurück?» Erstens: Je aufrichtiger du bist, umso klarer wirst du sein.

Je direkter du darüber sprichst, was dich bewegt, was in dir abgeht, was du fühlst, was du dir wünschst, wo deine Grenzen sind, umso klarer wird dein System.Du verwirrst dich selbst, wenn du anfängst, Sachen zurückzuhalten.

Dein Selbstvertrauen steigt, deine Energie wird freigesetzt.Wir haben ja schon über Authentizität gesprochen.Wenn wir anfangen, uns selbst zu kontrollieren und zu überlegen: «Okay, was kann ich dir mal zeigen und was nicht», dann verkrampfen wir immer mehr.

Die Energie ist stuck und wir bekommen Selbachtachtung.In Beziehungen führt unsere Aufrichtigkeit zu einer tiefen Verbindung.So, unsre wirklich guten Freunde, das sind nicht die, die immer nett zu uns sind, sondern das sind die, die auch mal Tacheles mit uns reden.

Und gerade dadurch entsteht das Gefühl an uns: «Okay, deswegen kann ich dir vertrauen.» Es entsteht eine Wir-Stärke.Wenn euch Menschen sehen, euer Bezie– eure Beziehung, euer Team und dann vielleicht sagen: «Boah, ey, bei euch brodelt’s ja manchmal, da ist ja die Kacke manchmal am Dampfen», und ihr trotzdem alle sagen könnt: «Ja, wir gehen miteinander durch dick und dünn und da passt auch kein Blatt dazwischen.» Oder wenn jemand von außen kommt und versucht, über jemanden aus deinem Beziehungsfeld zu lästern und du sagst: «Sorry, das läuft hier einfach nicht.» Das ist echte Wir-Stärke.

Und Paare, die sich diese Aufrichtigkeit schenken, die sind auch in der Lage, Krisen zu meistern.Die sind auch in der Lage, Bedürfnuskonflikte auszuhalten.Also wenn, wenn ihr beide an einem wichtigen Punkt völlig andere Sachen wollt, wenn ihr aufrichtig miteinander seid, ihr werdet immer eine Lösung finden.

Schräg wird’s einfach, wenn sich einer anfängt zu verbiegen.Und ihr kommt so in den Flow.So, Aufrichtigkeit nervt manchmal.Ja, und es tut manchmal weh.Doch so ist gemeinsames Wachstum möglich.Weil wenn Andrea mir gegenüber aufrichtig ist und mich dadurch vielleicht manchmal auch enttäuscht, weil ich zum Beispiel gerade eine Erwartung habe und mir wünsche, dass sie so ist.

Und sie ist aber nicht so.Wenn ich das selbstverantwortlich nehme, dann schenkt mir diese Enttäuschung die Möglichkeit, in mir stärker zu werden und gleichzeitig auch die Möglichkeit, unsere Liebe zu vertiefen.

Weil plötzlich wird der Raum unserer Beziehung größer.Wir können noch mehr Verschiedenartigkeit aushalten.Also ist die spannende Frage, und jetzt wird’s praktisch: Wie schaffe ich es, aufrichtig zu kommunizieren, wer ich bin, was ich bin, was ich fühle, was ich will, ohne unnötig zu verletzen?

Ganz ohne Verletzung mag es nicht gehen.Doch es gibt einen Schmerz, der Wunden noch mal mehr vertieft.Und ich bin ganz ehrlich: Also, ich habe lange Zeit gedacht: «Okay, es ist cool, wenn ich Menschen immer alles sage, was ich denke und ungefiltert auf die Art und Weise, wie ich’s gerade denke.» Bis ich realisiert habe, das ist mega Stress für die Menschen.

Das verletzt Menschen häufig in alten Wunden, die sie eh schon haben.Und im Endeffekt, auch wenn es sich für einen kurzen Augenblick so anfühlt wie «Boah, jetzt habe ich mal die Luft rausgelassen», es ist nicht wirklich konstruktiv.

Doch es gibt auch einen Schmerz, der befreit.Wenn du zum Beispiel einem Menschen gegenüber, mit dem du zusammen bist, schon lange zurückgehalten hast, was ein ganz bestimmtes Bedürfnis von dir ist, weil du Angst hast, dass dieses Bedürfnis den anderen vielleicht enttäuscht.

Beispiel: Der andere ist jemand, der immer gern mit dir in‘ Urlaub fährt und du merkst, du hast aber voll Bock, mal allein in’n Urlaub zu fahren.So, wenn du das aufrichtig kommunizierst, das kann immer noch ’n kleinen Schmerz auslösen, aber es ist halt ’n Unterschied, als wenn du dem anderen das einfach vor den Latz knallst und sagst: «Übrigens, ich bin demnächst weg.» Radikale Ehrlichkeit braucht Klarheit.

So, was will ich wirklich sagen?Es braucht Mut.Ich bin bereit, mich zu zeigen und es braucht Milde mit mir selbst, aber auch mit dem anderen.Lass uns das Schritt für Schritt durchgehen.Okay, du findest auch noch mal ein PDF, da ist das alles aufgelistet.

Aber ich lad dich ein, jetzt mal wirklich eine dieser Beziehungen im Kopf zu halten, während wir das durchgehen.So, das Erste ist Klarheit mit dir selbst.Es ist nervig, Leute, wenn wir zu jemand anderen gehen, ich muss mal mit dir reden und dann rotzen wir irgendwas raus und wir sind eigentlich selbst gar nicht klar.

Und wir haben dann vielleicht das Gefühl, wir haben uns jetzt erleichtert, aber eigentlich haben wir dem Ganzen, dem anderen nur unsere Unklarheit über geholfen.Zuerst müssen wir uns klären und dann gehen wir in die Kommunikation mit dem anderen.

Das beginnt mit der Frage: Was ist meine ehrliche Absicht?Will ich einfach nur Dampf ablassen?Dann sage ich dir ganz ehrlich: Geh irgendwo in Keller, hol dir ’n Boxsack, schrei’s und prügel es raus.Oder will ich dir gegenüber ehrlich und aufrichtig sein, weil du mir wirklich wichtig bist und weil ich gern mit dir in unserer Beziehung eine Etage tiefer gehen möchte?

Was ist wirklich meine Absicht?Manche Menschen, die zum Beispiel, ähm, wenn wir ’ne Affäre hatten, ja.Ah, das ist ja immer so ’n heik– mega heikles Thema, weil das natürlich, das kann so alte Wunden aufreißen, ja.

Und dann kommen sie und dann sagen sie zu mir: «Na, ich muss mal was beichten.» Das kann ich aus ’ner Position machen, ich will einfach nur meine Schuldgefühle loslassen und ich hau’s einfach raus und dann geht’s mir besser und ich erwarte von dir, dass du dich total schnell entschuldigst.

Oder ich bin dir gegenüber bewusst aufrecht, weil ich mir bewusst darüber bin, dass es sehr wahrscheinlich wehtut und weil meine tiefste Absicht ist, dir wieder wirklich nah zu sein.So, was ist deine tiefste Absicht diesem Mensch gegenüber?

Denn manchmal willst du vielleicht gar nicht mehr mit dem Menschen zusammen sein.Und dann so ’ne Pseudo-Wahrheit zu nutzen, um dich abzulösen, ist unfair und kann meiner Meinung ganz viel Verletzung hinterlassen.

So, das Zweite ist, okay, in welchem Punkt bist du unaufrichtig?So Unaufrichtigkeit, noch mal, hat nichts mit Moral zu tun, okay?Nicht du, du, du, du bist böse, sondern es ist menschlich.Unaufrichtigkeit bedeutet, du hältst irgendetwas zurück.

Und es ist erst mal wichtig zu erfahren, was.Hier so ’n kleiner Spickzettel, was wir alles zurückhalten können.Wir können zum Beispiel unsere Verantwortung zurückhalten.Wenn ich dir gegenüber immer wieder als Opfer auftrete, öh, du bist schuld et cetera, dann halte ich meine Verantwortung zurück und dann bin ich nicht aufrichtig, weil ich bin nicht dein Opfer.

Ich bin verantwortlich für meine Gefühle.Wir halten häufig wichtige Informationen zurück.Übrigens, ich mag das gar nicht.Ich bring– Gern ’n simples Beispiel: Mein Vater hat, als er studiert hat, bei einer alten Witwe im Haus gewohnt, unter, zur Untermiete.

Und er hat ihm — die war einsam und die hat sich gefreut: «Junger Mann, kann ich mich drum kümmern?» Und dann hat sie ihm irgendwann mal Schokopudding gemacht.Das Ding ist nur, mein Vater hasst Schokopudding und er hat’s nicht fertiggebracht, diese wichtige Information, dass er Schokopudding nicht mag, mit der Frau, mit der armen Frau zu teilen.

Vielleicht ahnt ihr schon, was passiert ist.Er hat gesagt: «Toll, danke.» Was hat sie gemacht?Am nächsten Tag war wieder ein Schokopudding vor der Tür und so weiter und so weiter.Und was mein Vater wirklich ein Jahr lang gemacht hat, weil’s natürlich immer schlimmer geworden ist mit jeder kleinen Lüge.

Er hat jeden Tag den Schokopudding ins Klo runtergespült.Und wenn du heute noch ’n Ausschlag besorgen willst, dann musst du einfach nur das Wort Schokopudding sagen.So, wir halten ganz häufig wichtige Informationen zurück.

Das mag ich nicht, das wünsche ich mir.Das und das ist passiert.Das und das solltest du wissen.Wir halten Gedanken zurück, weil wir Angst haben, ich könnte den anderen verletzen, es könnte Chaos auslösen et cetera.

Wir halten natürlich ganz häufig Gefühle zurück.Wir haben darüber gesprochen, wie enorm powerful zurückgehaltene Gefühle sind.Wir halten Absichten zurück.Wenn ich ehrlich bin, ich möchte mich trennen oder auch vielleicht, ich halte meine Absicht zurück, mich tiefer einzulassen.

Ich hab Angst davor.Ich hab Angst davor, mich zu öffnen.Wir halten unsere Bedürfnisse zurück.Das und das brauche ich.Wir halten Empathie, das heißt, Einfühlungsvermögen für den anderen zurück.Ich will dir zwar meine Wahrheit sagen, aber ich will deine nicht hören.

Und wir halten manchmal Verbindung zurück.Weil wir so oft verletzt worden sind, gehen wir nicht mehr wirklich in Kontakt mit demjenigen, weil wir Angst davor haben, was dann passieren könnte.So: Was hältst du zurück?

Wir gehen gleich noch mal darauf ein, wie du für dich sehr genau rausfinden kannst, was du eigentlich kommunizieren möchtest.Der nächste wichtige Punkt ist – und bitte, bitte berücksichtige das – Wahrheit ist ein Schwert.

Und es ist wichtig, den richtigen Zeitpunkt zu finden.Es macht zum Beispiel keinen Sinn, nachts um dreiundzwanzig Uhr, ihr seid beide müde, zu sagen: „Ach übrigens, darüber müssen wir noch sprechen.» Es macht keinen Sinn, deinem Chef oder deiner Chefin eine wichtige Sache, äh, in ’nem Moment zu sagen, wenn du einfach weißt, okay, jetzt sind die gerade total busy, ja.

Und den Kontext total wählen, also wo passiert das?Kann ich den anderen vielleicht in einer gewissen Art und Weise vorwarnen?Kann ich zum Beispiel sagen: „Hey, können wir uns morgen mal ganz in Ruhe treffen?

Ich möchte gerne das und das mit dir teilen.» Oder zum Beispiel auch, wenn du’s schriftlich machen willst, zu sagen: „Hey, Achtung, ich schicke dir heute noch eine E-Mail, in der ich eine wichtige Wahrheit mit dir teilen möchte.

Ich bitte dich, nimm dir etwas Zeit dafür.Es kann sein, dass sie dich berührt.Es kann sein, dass sie etwas in dir auslöst.So, ich bereite dich einfach schon mal darauf vor.Also frag dich einfach: Was ist der angemessene Rahmen?

Also was ist wirklich der Raum, in dem das stattfinden sollte?Was ist die richtige Zeit?Gibt es genug Sicherheit für alle Beteiligten?Wenn sich der andere Mensch eh nicht sicher mit dir fühlt, macht das vielleicht nicht Sinn, gleich mit der größten Wahrheit rauszukommen, sondern vielleicht erst mal mit ’ner kleinen und vielleicht auch erst mal zu schauen: Können wir erst mal miteinander eine Umgebung schaffen, in der wir alle miteinander durchatmen können?

Wenn möglich, nicht gespielt, verbinde dein Zeigen von Aufrichtigkeit immer auch mit dem Ausdruck von Wertschätzung.Nicht „Hey, ich muss dir mal was sagen», sondern „Weil du mir wichtig bist.Weil ich unsere Beziehung über alles schaf– schätze, möchte und muss ich über dieses Thema mit dir reden.

Ich möchte dir gern sagen, dass selbst wenn wir dazu eine Diskrepanz haben, es nicht in der Tiefe in der Frage stell– stellt, wie wichtig du für mich bist.» Es muss natürlich stimmen, es muss aufrichtig sein, ja.

Doch Menschen sind in der Lage, sehr, sehr viel anzunehmen, wenn es aus Wertschätzung kommt und nicht aus „Ich nutze die Wahrheit, um dich zu dissen.» Das Nächste habt ihr alle schon mal gehört: Ich-Botschaften statt Du-Anklagen.

Es passiert so schnell und es braucht so viel Disziplin.Es ist eigentlich ganz einfach.In dem Augenblick, wenn ich sage, du bist schuld daran, dass ich mich gerade so und so fühle, lüge ich.So simpel.

Und ich begebe mich mit meiner Aussage auf dein Territorium und ich– es geht gar nicht anders, als dass du anfangen wirst, dich innerlich zu wehren.Manche von uns werden’s ja offen machen, werden sagen: „Sorry, das stimmt nicht.

Das weise ich ab.» Manche von uns merken es vielleicht nicht mal, aber wir verschließen uns einfach innerlich.Merk dir einfach: Sobald du etwas über einen anderen Menschen sagst, „Du bist, du hast, du kannst nicht», maßt du dir etwas an.

Und du zwingst den anderen entweder zu blindem Gehorsam, dass er einfach schluckt, was du sagst, aber das ist nicht wirklich eine aufrichtige Resonanz, oder du zwingst ihn zum Widerstand.Wir kommen gleich noch ausführlich dazu.

Es braucht wirklich Ruhe, es braucht Bereitschaft und es braucht wirklich Disziplin, mentale Disziplin, immer wieder zu sagen: „Okay, wait a minute.Wie kann ich es so sagen, dass ich wirklich in meiner Wahrheit bleibe?» So, „Ich bin wütend» ist meine Wahrheit.

„Du machst mich wütend» haut nicht hin.„Mir fehlt das und das», meine Wahrheit.„Du musst mir das und das geben», haut nicht hin.So, lausch einfach mal in den kommenden Tagen rein, wenn dir ’ne Du-Botschaft rausrutscht oder wenn dir jemand gegenüber so spricht, was es mit dir macht.

Das ist eigentlich ziemlich offensichtlich.Das heißt, zwinge dich dazu, bei echten Fakten zu bleiben, ja?Also bei Dingen, von denen du einfach sagst, okay, entweder es sind Fakten, zum Beispiel: Du bist gestern zehn Minuten zu spät gekommen.

Also wenn das so war, dann ist das einfach ein Fakt.Wenn du sagst, du bist gestern mit Absicht zu spät gekommen, weil du mich ärgern willst, haut nicht hin.Und bleib bei deiner inneren Welt, bei deinen Gefühlen, weil darüber lässt sich nicht streiten.

Ich bin traurig, ich bin wütend, ich habe Lust, das passiert in mir.Das heißt, unterscheide zwischen deiner Wahrnehmung und deiner Interpretation.Zehn Minuten zu spät ist eine Wahrnehmung.Das hast du doch mit Absicht gemacht, ist eine Interpretation.

Macht Sinn?Okay.Viertens: Es geht ihm nicht darum, eingeleisig „Okay, ich zeig dir, wer ich bin, sondern wir müssen die Größe aufbringen, zu sagen „Okay, ich möchte natürlich auch, dass du aufrichtig bist.

Wenn du sprichst, möchte ich dir mit derselben Offenheit, mit derselben Neugier begegnen, wie du mir begegnest.Also lausche offen, auch wenn es dir die Knöpfe drückt, auch wenn der andere vielleicht sagt: „Ich habe deine Wahrheit gehört.

Danke.Und ich persönlich für mich sehe es anders.Okay, das tut weh, das triggert.Und dennoch ist es wichtig, dass du dich davon berühren lässt.Wertschätzung zu Beginn und am Ende.Hey, ich möchte mit dir darüber sprechen, weil du mir wichtig bist.

Am Ende: Hey, ich habe mit dir darüber gesprochen, weil du mir wichtig bist.Ich wünsche mir total, dass diese neue Ebene von Aufrichtigkeit dazu führt, dass unsere Beziehung stärker wird, weil du mir wichtig bist.

Zeig dem anderen Respekt und Verbundenheit.Zum Beispiel: Hey, das ist mein Wunsch und mir ist absolut klar, dass es nicht deine Pflicht ist, meinen Wunsch zu erfüllen.Das ist meine Wahrheit und mir ist absolut klar, dass du deine Wahrheit hast und die respektiere ich genauso.

Den nächsten Punkt möchte ich gern mit euch ausführlicher eingehen, okay?Kommuniziere auf der möglichst tiefsten Ebene der Wahrhaftigkeit.Es gibt eine Faustregel, die sagt: Frieden stellt sich immer dann ein, wenn du auf der tiefst möglichen Ebene von Wahrheit kommunizierst.

Für dich?So wann immer du merkst, du bist nicht in Frieden in der Kommunikation mit einem anderen Menschen, hast du sehr wahrscheinlich eine noch tiefer liegende Schicht von Wahrheit nicht angesprochen.

Ein Beispiel: Du bist auf der Ebene und fragst: „Ich bin wütend, ich bin wütend, ich bin wütend und du merkst, du kommst da nicht raus.Du lässt vielleicht kurz Dampf raus, aber da kommt nicht wirklich Frieden rein.

Okay, ja, ich bin wütend, aber unter der Wut ist Schmerz.Und ich habe Schwierigkeiten, den Schmerz zu halten.Wenn ich den Schmerz halte, wäre ich traurig, weil ich merke, ich verliere gerade etwas.Wenn ich die Traurigkeit annehme, komme ich in der Wertschätzung an für das, was war.

Und plötzlich bin ich, egal wie du reagierst, in Frieden.Wenn zwei Menschen miteinander kämpfen, kommunizieren sie nicht auf der tiefsten Ebene der Wahrheit.Erinner dich – Achtung, Triggerthema – an die Corona-Zeit.

Wie viele Beziehungen, verwandtschaftlich oder freundschaftlich, sind damals auseinandergegangen, weil zwei Menschen zu einem für beide wichtigen Thema eine andere Meinung hatten, eine Oberfläche.Wenn wir damals alle gelernt hätten, auf der tiefsten Ebene darüber zu kommunizieren, zum Beispiel: „Boah, du entscheidest dich fürs Impfen.

Das drückt mir die Knöpfe.Das macht mir Angst.Du entscheidest dich gegen das Impfen.Boah, das drückt mir die Knöpfe.Das macht mir Angst.Wenn ich dieser Angst folge, merke ich, die ganze Situation macht mir Angst.

Ich merke, ich verliere die Kontrolle.Ich merke, es ist völlig neu, was passiert.Ich merke, das berührt existenzielle Urängste in mir.Ich bin bereit, mich diesen existenziellen Urängsten zu stellen.Ich bin bereit, durch meine Unsicherheit denn durchzutauen.

Plötzlich merke ich, ich finde es immer noch nicht toll, dass wir eine andere Meinung haben, doch ich kann es plötzlich in Ruhe stehen lassen.Ich fühle Frieden, weil ich auf der tiefst möglichen Ebene meiner Wahrheit gefunden habe.

Was dir dabei helfen kann, ist das Bild vom Eisberg.Wir haben das schon mal gehabt, okay?Wenn du dich in den kommenden Tagen mal umhörst, dann wird dir folgendes auffallen: Die meisten Menschen kommunizieren permanent hier oben Spitze des Eisbergs.

Hast du das gehört?Das ist doch doof.Das regt mich auf.Wir hören was, wir werden getriggert, wir reagieren hier oben.Es passiert alles oberflächlich.„hasst du den Instagram gelesen?Bla bla bla bla bla.

Es passiert alles hier oben.Wir wissen ganz häufig gar nicht, was wir wirklich fühlen und was wir uns wirklich wünschen.Deswegen, bevor du deine Aufrichtigkeit anderen Menschen zumutest, ist es wichtig, dass du erst mal für dich herausfindest, was passiert denn unter der Oberfläche?

Hier kommt ein ganz einfaches Schema.Wenn du magst, mach dir mal einen Screenshot.Ansonsten findest du das meiste davon auch im PDF.Bevor du …Noch mal: Mach das mindestens einmal in der Woche mit einem der Menschen, die dich triggern.

Mit einer der Beziehungen, wo du merkst, da hältst du was zurück.Bitte mach es einmal konkret, damit du eine Erfahrung hast, okay?Bevor du auf den anderen Menschen zugehst, von der Spitze deines Eisbergs, setz dich hin und fragst dich: „Okay, was ist an der Oberfläche für mich passiert?

Was war der Trigger?Aha.Wir waren 16 Uhr verabredet.Und Otto ist sechzehn Uhr zehn gekommen.So, das war der Trigger, das war der Fakt.Was war meine körperliche Reaktion?Ich hab gemerkt, dass ich schon vorher immer auf die Uhr geschaut hab und ich hab angefangen, ein bisschen tiefer zu atmen und ich war angestaut und als Otto gekommen ist, hatte ich schon so ’n Druck auf der Brust.

Ich hab mental eigentlich so schon nach sechzehn Uhr fünf nachts, das kann nicht sein, es kann nicht sein, dass er jetzt schon wieder zu spät kommt, so.Und meine emotionale Erstreaktion war, als Otto reinkam, „Hast du keine Uhr?» So, das ist meine Erstreaktion, ja.

Sieht erst mal ganz menschlich aus, ja.Okay.Aber wir wollen es hier besser machen.Wir wollen tiefer schauen, ja.Also schreibe ich erst mal auf, okay, als Otto das und das gemacht hat, in dem Fall, dass er zu spät gekommen ist, schoss Wut in mir hoch.

Ich hab nach Luft geschnappt, ich hab die Augen verdreht und ich hab das und das gedacht.So.So, das ist, das ist die Ebene, auf der neunzig Prozent aller Gespräche verlaufen.Und zwar die Gespräche, die wir wirklich führen, aber auch die Gespräche, die wir innerlich führen.

Also erinner dich mal daran, vielleicht ist es noch gar nicht so lange her, als du das letzte Mal Beef mit irgendjemandem hattest und innerlich mit diesem Menschen gehadert hast, gesprochen hast und „Warum machst du das so?» „Und das regt mich auf und das ist doof», et cetera.

Es passiert alles hier in der Oberfläche, ja.Und weil die meisten von uns da sind, kommt einfach keine Ruhe in die Geschichte rein, keine wirkliche Aufrichtigkeit, keine echte Tiefe, keine Wahrheit, keinen Frieden, sondern wir, wir hetzen, wir trennen, wir sind dadurch auch Opfer von Algorithmen, weil die zielen darauf ab, dass wir uns in dieser Spitze bewegen.

Okay.Wenn du so weit bist, wenn du das erkannt hast, atmest du einmal tief durch und dann machst du dir…Das musst du am Anfang Mantra-mäßig machen, machst du dir klar, okay, das, was ich jetzt gerade aufgeschrieben hab, ist nur die Oberflächenwahrheit.

Darunter gibt es immer eine tiefere Wahrheit.Warum?Weil, wenn ich diese tiefere Wahrheit schon hätte, wäre ich im Frieden.Das, was mich aufregt, ist nicht das, was mich wirklich aufregt.Darunter gibt es noch etwas Tieferes.

Bin ich bereit, etwas Revolutionäres zu machen, anstatt weiter wie so ein empörtes Tier umherzurennen, wie so’n Gockley „Di, di, di, di, di», einfach zu sagen, ich mach’s neu.Ich finde für mich heraus, was hier wirklich abgeht.

Folgende Schritte.Erster Schritt, ich halte noch mal die Sachebene fest und ich empfehle dir wirklich, bis du’s drauf hast, mach das am Anfang schriftlich.Sachebene heißt, das sind die Sachen, über die lässt sich nicht diskutieren.

So, was ist passiert?Okay, wir waren sechzehn Uhr verabredet, stand schriftlich im Kalender bei uns allen.Otto ist sechzehn Uhr zehn gekommen, so.Di– Das ist effektiv passiert.Das war der Auslöser.Nimm jetzt das Beispiel, was du hast, okay?

Okay.B: Was war meine Erstreaktion?Es ist nicht schlimm, dass wir eine Erstreaktion haben.Unser Gehirn reagiert meist erst mal aus dem kurzfristigen Schutz- beziehungsweise Belohnungskreislauf aus.Was war meine Erstreaktion?

Dicht machen, wütend werden, empört werden, was auch immer.Auf der körperlichen Ebene: Was hab ich gefühlt?Was hab ich gedacht?Ist okay, dass ich, dass das passiert ist?Konnte ich nicht verhindern.Doch ich bin clever, ich schaue jetzt ’ne Schicht tiefer.

Was fühle ich denn wirklich in Bezug zu der Situation?Wo spüre ich das im Körper?Hm.Ich fühle Wut und ich spüre die Wut hier.Okay, gut.Was fühle ich denn tiefer?Weil meist gibt es ein noch tieferes Gefühl, was ich nicht fühlen will.

Tiefer.Ich fühle Schmerz, weil ich fühl mich durch Otto nicht gesehen.Oh wow, wartet mal ganz kurz und unter dem Schmerz ist sogar ein Gefühl von Ohnmacht, ein Gefühl von „Das macht eh alles keinen Sinn mehr», ein Gefühl von „Ich werd das nie so hinbekommen, wie ich das gern möchte.» Bin ich bereit, dieses Gefühl anzunehmen?

Boah, das ist hart.Ich merke, die Wut, die kriege ich noch hin, aber die Ohnmacht zu fühlen, dann merke ich plötzlich, boah, vor der bin ich schon oft weggerannt.Okay.Bisschen friedvoller.Was habe ich tiefer gedacht?

Oberflächlich ist klar, ich find Otto doof.Er hätte kommen müssen und so weiter.So, aber welche Geschichte erzähle ich mir in diesem Moment über mich und die andere Person?Ich bleib bei dem Beispiel vielleicht, ähm, ich bin Otto egal.

Ich bin Otto nicht wichtig.Überhaupt habe ich das Gefühl, nicht wirklich wichtig zu sein, anderen Menschen egal zu sein.Also, das be– passiert mir nicht nur bei Otto, das passiert mir auch bei anderen.

Meine Geschichte zu Otto Otto will sich nicht wirklich einlassen.Otto zeigt durch, durch dass, dass er nicht wirklich in Beziehung mit mir sein will und so weiter.Schreibe ich alles auf.So, was sage ich mir selbst in solchen Momenten auf einer noch tieferen Ebene?

Es hat alles keinen Sinn.Das schaffe ich nie, das schaffe ich nie mit Otto.Es ist besser, wenn ich ihn rausfeuere aus meinem Leben.Es hat alles überhaupt keinen Sinn.Welche alten Glaubenssätze werden dadurch berührt?

Okay, es wird spannend.Ich habe den Glaubenssatz in mir, dass ich letztendlich niemandem wirklich vertrauen kann, dass ich letztendlich doch immer wieder allein bin.Ich habe den Glaubenssatz, dass ich es nicht wert bin, dass für mich jemand pünktlich kommt und und und und und.

Bin ich bereit, dafür Verantwortung zu übernehmen?So, bin ich bereit, Verantwortung dafür zu übernehmen, dass ich diesen Glaubenssatz sehr wahrscheinlich schon viel, viel länger habe als die Geschichte mit Otto.

Ich weiß nicht wie, aber okay.Ich bin bereit, es zu versuchen.Ich bin bereit, überhaupt erstmal hinzuschauen und zu sagen, okay, das ist mein Glaubenssatz.Nächster Schritt.Bin ich bereit, diese ja eigentlich voll banale Situation, die mich aber offenkundig aufregt, zu nutzen, um tiefer zu heilen?

Erinnert mich diese Situation eventuell an eine Situation in meiner Vergangenheit?Hmmm.Ja, ich erinnere mich jetzt an meine zwei Schulkameraden, die haben mich auch oft hängen lassen.Jetzt ploppt plötzlich die Situation hoch, dass ich manchmal sprachlos war in meiner Familie mit meinen Wünschen, weil ich das Gefühl habe, ich werde eh nicht gehört.

Ich weiß zwar gerade nicht, was das mit der Unpünktlichkeit von Otto zu tun hat, aber ich glaube nicht an Zufälle, dass das jetzt gerade hochkommt.Ich merke, ich habe eine alte Wunde in mir, dass ich nicht gesehen werde mit dem, was mir wirklich wichtig ist.

Und ich merke, diese Wunde ist wirklich sehr alt.Ich bin bereit, diese Wunde anzuerkennen und zu heilen, selbst wenn ich vielleicht noch nicht weiß, wie das geht.Und jetzt gehe ich noch ne Schicht tiefer, Schicht tiefer.

Jetzt kann ich mich fragen, was sind denn eigentlich meine Bedürfnisse?So, was hätte ich mir in dieser Situation von Otto gewünscht?Erstmal natürlich ganz klar, ich hätte mir gewünscht, dass er pünktlich ist, weil wir hatten das Thema schon.

Zweitens, wenn er unpünktlich kommt, hätte ich mir gewünscht, dass er mir tief in die Augen schaut und sagt, «Es tut mir aufrichtig leid», und das auf eine Art und Weise, dass es für mich wirklich rüberkommt.

Welches Bedürfnis von mir war in dieser Situation nicht erfüllt?Ich habe mich nicht respektiert gefühlt.Ich habe mich nicht gesehen gefühlt und ehrlich gesagt fühle ich mich auch nicht sicher, wenn ich mit jemandem Vereinbarungen eingebe und der hält das nicht ein.

Warum ist dir genau das so wichtig in deinem Leben?Erstens, weil ich wirklich viel vorhabe in unserem Team und weil ich das Gefühl habe, dafür brauchst diese Klarheit, diese Zuverlässigkeit von einem SWOT-Team, dass wir uns wirklich aufeinander verlassen können.

So, wir haben so ne wichtige, tolle Aufgabe und wenn einer von uns nicht richtig da ist, und das wird bei solchen Kleinigkeiten im Grunde genommen schon demonstriert, dann fehlt das einfach.Und zweitens merke ich, dass es für mich in meinem Leben gerade sehr wichtig ist, mit Menschen zusammen zu sein, die mir das Gefühl geben, dass ich wichtig bin.

Grenzen.Sind eventuell entscheidende Grenzen überschritten worden?Hm.Okay.Ja, ich merke, dass ich oft genug gesagt habe, dass mir Pünktlichkeit wichtig ist und dass ich mich selbst nicht mehr ernst nehmen kann, wenn ich nicht in Ruhe für diese Grenze eintrete, für diesen Wert.

Und es ist wichtig, dass ich kommuniziere, dass mir diese Grenze so wichtig ist und dass ich das auf na Art und Weise kommuniziere, dass dem anderen auch wirklich klar wird, dass es jetzt gerade keine Bitte mehr von mir.

Der andere kann natürlich weiterhin unpünktlich sein, aber um mich zu respektieren, werde ich in Zukunft, wenn jemand unpünktlich ist, die Tür nicht mehr aufmachen.Das sind jetzt alles gerade nur Beispiele.

Du beziehst das auf dein Thema.Okay, also jetzt bin ich so langsam durch, durch meinen ganzen Eisberg und merke, wie viel in dieser einzelnen kleinen Situation drinsteckt.Und jetzt merke ich auch vielleicht, warum es nicht funktionieren kann, wenn ich in diesem Augenblick meine Wut unterdrücke oder aber Otto einfach vor den Latz knalle, weil da so viel mehr drin schwingt, was die ganze Zeit im Raum ist, aber nicht kommuniziert wird.

So, jetzt merke ich, ich komm langsam in Ruhe damit, weil ich fühle das.Ich fühle mich, ich fühle meinen Selbstrespekt.Ich hab verstanden, worum es für mich wirklich geht.Und jetzt kann ich mich fragen, was ist jetzt meine konstruktive Absicht in dieser Beziehung?

Meine konstruktive Absicht ist jetzt, das alles noch einmal ausführlich.Entweder Otto verbal oder schriftlich zu kommunizieren, weil er mir wirklich wichtig ist und weil ich das gern mit ihm gemeinsam schaffen möchte.

Was ich mir von meinem Gegenüber wünsche, ist, dass Otto versteht, was ich ihm eigentlich für’n Geschenk damit mache, dass ich mir die Mühe gemacht hab, das so ausführlich zu kommunizieren und dass er offen dafür ist, das wahrzunehmen, dass das grade eine echte Einladung für unsere gemeinsame Beziehung ist, tieferzugehen und dass er mir beim nächsten Mal ganz klar durch seine Handlung der Pünktlichkeit demonstriert, dass er das verstanden hat.

Das würde bei mir echt ganz viel heilen.Ich merke, ich habe im Augenblick noch Angst, das Otto zu sagen, weil ich bin konfliktscheu.Ich möchte gerne immer harmonieren.Ich weiß nicht, wie Otto reagiert.

Also muss ich mich vielleicht, bevor ich das mache, jetzt noch mal langfristig motivieren.Ich kann mich also fragen, okay, was geschieht, wenn ich meine Wahrheit an dieser Stelle weiter unter der Oberfläche festhalte und nur oben kommuniziere?

Okay, wenn ich also weiter einfach immer nur meckere oder vielleicht einfach freundlich lächle und so tu, als wenn nix wäre, was macht das langfristig?Es kostet mich meine Selbstachtung.Irgendwann werd ich sehr wahrscheinlich resignieren und mir wird scheißegal sein, ob Leute Regeln brechen.

Das heißt, mein gesamtes Beziehungsnetzwerk wird immer unzuverlässiger und schwächer.Diese Unzuverlässigkeiten werden sich summieren.Andere Mitarbeiter, die neu dazukommen, werden das sehen und werden denken, oh, hier kann man unpünktlich kommen.

Das heißt, es wird sich ausbreiten und dann sind alle unpünktlich und so weiter und so weiter.Und eventuell kotzt mich Otto irgendwann so an, dass wir zwar noch miteinander arbeiten, aber ich werd nicht mehr mit ihm sprechen.

Das heißt, meine Beziehung, die mal sehr schön war mit Otto, geht flöten.So, was gewinne ich dadurch, wenn ich meine Wahrheit endlich aus der Tiefe und ganz aufrichtig kommuniziere?So völlig unabhängig davon, wie Otto reagiert, ich merke, da kommt Würde rein.

Ich merke, ich komm in Einklang mit meinem Leben und mit meiner Wahrheit.Ich baue aus mir heraus ein Feld von Aufrichtigkeit auf, was alle, nicht nur Otto, merk ich gerade, die Möglichkeit gibt, sich viel klarer auf mich zu beziehen.

So, wenn jemand dieser würdevollen Aufrichtigkeit nicht mit einem positiven Ja entgegenkommt, dann passt er eh nicht zu mir und dann ist es eigentlich gut, wenn er geht.Und auf der anderen Seite, die, die offen dafür sind, die offen sind für diese tiefe Art der Kommunikation und für Pünktlichkeit und für Zuverlässigkeit et cetera, die werden kommen.

Das heißt, ich werd stärkere Beziehungen haben und so weiter.Ich merke, ich brauch mich nicht mehr zu überzeugen.Ich hab grade voll Bock, das zu schreiben, weil es ist ein Befreiungsschlag für meine Seele und es ist eine Riesenchance für be– die Beziehung mit Otto.

Kriegst du den Punkt?So.Wenn ja, möchte ich dich von Herzen einladen, an eine aktuelle konkrete Situation in deinem Leben zu denken, an der du nicht wirklich aufrichtig kommunizierst.So, Leute, ich hab voll Bock, dass Human Future Movement hier nicht eine Laberunde wird, wo du danach sagst, oh, ich hab was Tolles gehört, sondern wo du etwas bewegst.

Deswegen möchte ich dich von Herzen einladen, das, was du jetzt gerade theoretisch gehört hast, mindestens einmal in dieser Woche praktisch anzuwenden.Schenk dir das.Die gute Nachricht ist, wenn du das an einer Stelle machst, mit einer Beziehung machst, diese Fähigkeit, die du hier trainierst, steht dir in all deinen Beziehungen zur Verfügung.

Wenn du dafür bereit bist, dann schnapp dir den letzten Teil des Videos und geh den noch mal Schritt für Schritt durch.Und ich weiß, das ist am Anfang mühsam.Es ist definitiv viel mühsamer, als einfach rauszulassen, was hier raus will und dich dann zu wundern, warum’s schon wieder mehr Konflikt kreiert hat.

So, beginn damit, dass du dich erst noch mal motivierst, dass du an diese Beziehung denkst und dich fragst, okay, was gewinne ich kurzfristig, wenn ich hier weiter unaufrichtig bin und nur eine Eisbergspitze kommuniziere?

Okay.Und bin ich bereit, was Neues zu machen?Und bin ich bereit, Selbstvertrauen, Kraft, Klarheit und so weiter zu gewinnen?Okay.So, wenn du sagst, yes, ich hab voll Bock darauf, dann ist der nächste Schritt für dich erst einmal, wirklich Klarheit zu schaffen, was geht hier alles ab?

Ich hab bewusst so ’n ganz banales Beispiel genommen, um dir zu zeigen, dass wir alle hochkomplexe Wesen sind und es schwingt die ganze Zeit in diesem banalen Beispiel mit.Nur dadurch, dass es nie an die Oberfläche kommt, verpassen wir so viel Chancen, uns selbst zu erkennen und dieser Beziehung eine echte Chance zu geben.

Also geh in Ruhe das Eisbergmodell erst mal für dich durch, bis du dich selbst in der Tiefe besser verstehst, besser annehmen kannst.Und dann lade ich dich ein, deine Botschaft in einem guten, gut vorbereiteten, sicheren Kontext entweder verbal oder schriftlich rauszugeben.

Du findest im PDF Sätze, die kannst du gern anpassen, die kannst du gern vervollständigen.Und manchmal, grade dann, wenn du vielleicht Angst davor hast, dass du im Direktkontakt vielleicht doch dann in der Aufregung irgendwas rausplapperst, was du bereust, vielleicht macht’s total Sinn, am Anfang das Ganze zu schreiben.

Oder du nimmst dir auf jeden Fall deinen Spickzettel mit und sagst dem Menschen, du, das ist jetzt vielleicht erst mal komisch, aber ich übe grade respektvolle Aufrichtigkeit und deswegen hab ich mir ’n paar Stichpunkte gemacht.

Also mach’s mündlich oder schriftlich, aber auf jeden Fall in ’nem achtsamen Rahmen.Ich lade dich von Herzen ein, diese Möglichkeit zu nutzen und in der Woche bis zum nächsten Mal mindestens ein Aufrichtigkeitsexperiment durchzuführen.

Falls du bis jetzt ein Schissi bist – und das sage ich total liebevoll, ja?Mit Schissi meine ich, wenn du in deiner Kindheit gelernt hast, du bist eh nicht so wichtig, du bist introvertiert oder du hast Angst vor Ablehnung und so weiter, und im Augenblick noch Angst hast vor deiner Wahrheit, dann lade ich dich ein, wirklich zu sehen, dass Aufrichtigkeit ein Muskel ist, den du trainieren kannst.

Du musst ja nicht gleich mit der größten Geschichte anfangen.Du kannst auch mit ’ner kleineren anfangen.Ach übrigens, keine Ahnung.Ich wollte schon immer mal sagen: „Ich mag diese Art von Kuchen nicht oder ich mag das und das Thema nicht.

Das und das wünsche ich mir.» Ja?Frag dich einfach: Mit wem möchtest du gern Schritt für Schritt mehr Vertrauen aufbauen?Weil das Tolle ist, wenn du anfängst, radikal und respektvoll aufrichtig zu kommunizieren, gibst du auch mir die Einladung dazu.

Das heißt nicht, dass ich die annehmen muss, doch die Wahrscheinlichkeit ist größer, dass ich merke: „Wow, okay, so kann man weit sprechen.» Dann probiere ich das Ding auch mal aus.Und wenn du dann wiederum respektvoll reagierst, fangen wir an, miteinander diesen Muskel zu trainieren und unsere Beziehung zu empowern.

Ja, Wahrheit tut manchmal weh, doch letzten Endes stärkt und heilt sie uns.So das, was wehtut, ist das, wo wir an alten Illusionen festhalten.Zum Abschluss noch mal die kurze Erinnerung: Radikale Aufrichtigkeit basiert auf drei Säulen.

Die erste ist, dass du dich erst mal verstehst in der Tiefe und Verantwortung für deine alten Wunden übernimmst und für deine Bedürfnisse und für deine Grenzen.Das Zweite ist, dass du mutig und direkt kommunizierst.

Und das Dritte ist die Grundlage, dass du das immer auf der Basis machst von „Ich respektiere dich» und „Eigentlich bin ich an mehr Verbindung mit dir interessiert.» Ich bin voll neugierig, was es mit euch macht.

Ich würde mich total freuen, wenn ihr das ausprobiert, wenn ihr in unserem Homo DEA Tribe, in der Homo DEA United Gruppe darüber schreibt.Ganz kurz, ihr müsst da nicht ins Detail gehen.Es würde mich freuen.

Hier an dieser Stelle einfach noch mal die Einladung: Wenn du mit mir gemeinsam ein Jahr lang immer wahrhaftiger leben möchtest, komm am 18.Januar vorbei.Du findest hier unten drunter alle Infos.Zum Vorfreuen: Beim nächsten Mal schauen wir uns jetzt an, okay, wenn, wenn wir den Boden haben, also wenn wir Beziehungen haben, denen wir aufrichtig kommunizieren können, wenn die Luft quasi frei ist, jetzt können wir uns anfangen zu fragen: Was wollen wir miteinander erschaffen?

Wie können wir unsere gemeinsame Kommunikation nutzen, um etwas wirklich Neues und Wundervolles zu erschaffen?Ich danke dir ganz, ganz doll für deine Aufmerksamkeit.Ich hoffe, dass es einen echten Unterschied macht in deinem Leben und ich würde mich total freuen, wenn die, die jetzt da sind, einmal kurz eine Erkenntnis, die für dich heute Abend wichtig war, in den Chat rein schreiben, bevor ihr hier rausgeht.

Ich danke euch und wünsche euch eine großartige, aufrichtige Woche.So, das war die nächste Episode im Human Future Movement Campus.Wenn sie dir gefallen hat, freue ich mich total, wenn du diese Episode likest und wenn du den Kanal likest, auf den du das gerade hörst, das unterstützt uns sehr.

Und ich möchte dich noch einmal von Herzen einladen, unsere Community mit angeschlossenem Kursprogramm auszuprobieren, Homo DEA Nova.Für neun Euro neunzig bist du mit dabei.Hier und drunter findest du alle Informationen.

Du kannst das Ganze gern kostenlos eine Woche lang testen.Und ich freue mich auf jeden, der den Mut hat, sich zu unserem Jahrest raining, mein Jahr, meine Wahrheit anzumelden, denn für mich persönlich gibt es nichts Schöneres, als mit Menschen, die echt der Wahrheit verpflichtet sind, langfristig, ehrlich, menschlich, bodenständig, mutig den Weg zu gehen.

Auch dazu findest du hier untendrunter alle Infos und jetzt wünsche ich dir einen wundervollen Tag und vor allen Dingen radikale Aufrichtigkeit.

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